„Wir ticken wie wir ticken!“ Diese Aussage wird fast jeder aus dem Bauch heraus sofort bestätigen. Nur weißt Du wie Du tickst? Weißt Du wo Deine sogenannten „Knöpfe“ sind?

Die Aussage in einer Partnerschaft „Du hörst mir nie richtig zu“ oder „Kaum gibt’s Probleme läufst du sofort davon“ kann ganz leicht der Startschuss für einen handfesten Streit sein.

Als ob es zu einer guten Lösung kommen könnte, wenn Streitgespräche immer auf die gleiche Art und Weise ablaufen.

Und genauso wie wir auf diese speziellen Knöpfe reagieren, die jeder von uns hat und kennt, sowohl im Berufs- als auch im Privatleben, haben wir auch einige gut eingelernte Muster, die wir uns zum Teil bereits in der Kindheit angeeignet haben.

Wir nennen sie:

Die 5 Antreiber

 

1. Sei stark und zeige keine Gefühle

Wer Gefühle zeigt, der zeigt auch Schwächen – und das ist speziell in der Geschäftswelt ein ziemliches Tabu. Doch ist das wirklich so? Bin ich angreifbarer, wenn ich mich dazu geäußert habe wie ich mich fühle oder was tatsächlich in mir vorgeht?

Das Geheimnis dazu ist: Wenn Du etwas Anderes zeigst oder sagst, als Du eigentlich fühlst (Sekundärgefühle), dann spürt das Gegenüber sehr oft sowieso, dass hier irgendetwas nicht stimmt. Er oder sie kann meist jedoch nicht zuordnen was es ist.

Im Gegensatz zu den Primärgefühlen, die echten Gefühle, die authentisch „rüberkommen“.

Die gute Nachricht: Du hast ja nach wie vor die Freiheit zu entscheiden wie Du Deine Gedanken und Gefühle formulierst und wie viel Du von Dir preisgibst.

Ich gebe auch zu, dass das zu Beginn eine echte Herausforderung sein kann, aber ich verspreche Dir, dass es sich lohnt.

Beginne mit Kleinigkeiten. Da wo nicht viel passieren kann. Wenn Dich zum Beispiel jemand fragt wie es Dir geht und Du bis jetzt vielleicht im Automatismus „Ja danke, sehr gut“ geantwortet hast. Fühle in Dich hinein wie es Dir wirklich geht. Und dann antworte, was auch immer Du für richtig empfindest.

Und taste Dich dann immer weiter voran. Schau was sich dadurch bei Dir und bei anderen verändert – je nachdem wie Du bist und was Du sagst. Vertrau Dir und vertrau auch Deinem Gesprächspartner, dass dieser damit zurecht kommt mit dem was Du sagst und zeigst.

 

2. Sei perfekt – IMMER! Du musst für alles eine Lösung parat haben!

Es ist natürlich ein super Gefühl, wenn immer alles perfekt läuft. Ich wage jetzt einmal zu behaupten – das glauben wir oft so. Doch es geht jetzt nicht darum, ob das stimmt oder nicht, sondern um den sogenannten Antreiber „Perfektionismus“. Den – ich nenne es – ungesunden Perfektionismus. Der, der uns Stress und Unbehagen bereitet. Der, der uns unendlich viel mehr Zeit kostet, als es überhaupt notwendig wäre.

Du bist KEINE Maschine – Du bist ein Mensch. Selbst Maschinen machen nicht immer alles perfekt bzw. machen Fehler. Oft passieren Fehler schon allein deshalb, weil wir uns so darauf fokussieren ja keine Fehler zu machen, dass wir erst recht Fehler machen. Und wir wissen: Energie folgt den Gedanken.

Also: Du bist gut genug so wie Du bist und Du DARFST auch Fehler machen!

Thomas Edison hat hunderte Versuche gebraucht bis er die Glühbirne erfunden hat. Man könnte behaupten, er hat sehr viele Fehler gemacht und diese haben ihn zum Ziel gebracht. Nimm Feedback und mach was draus! Und wenn jemand durch Deinen Fehler „Schaden genommen“ hat, sag aufrichtig: „Es tut mir leid. Ich habe es nicht besser gewusst.“

Und wenn Du jetzt vielleicht darüber nachdenkst, dass Du die perfekte Lösung gegen diese beiden bereits beschriebenen Antreiber brauchst, dann möchte ich Dich jetzt bitten Dich zurückzulehnen, zu lächeln und ein paar tiefe Atemzüge zu nehmen. Das ist überhaupt ein guter „Trick“ im Alltag um wieder bei sich selbst und seinen eigenen echten Gefühlen anzukommen.

Über Antreiber Nummer 3 bis 5 schreibe ich Dir in meinem nächsten Blogartikel.

Ich freue mich, wenn Du Dich bis dahin ein wenig im Alltag beobachtest und uns hier in den Kommentaren die ein oder andere Erfahrung berichtest oder auch aufkommende Fragen stellst.

Viel Spaß dabei!